Ortschild der Millionenstadt
Die TKKG-Stadt

Begünstigt von dem guten Wetter und meiner, jährlich aufs Neue aufflammenden Leidenschaft für TKKG, habe auch ich mich dazu aufgemacht, den Drehorten der legendären ZDF-Serie endlich einen Besuch abzustatten.

Zu Beginn noch ein Hinweis: Ich verzichte in meinem Bericht auf die Angabe der genauen Adressen der jeweiligen Drehorte. Zum einen soll somit eine gewisse Privatsphäre gewahrt bleiben und zum anderen ist es so viel spannender für Jene, die vielleicht auch mal auf Spurensuche gehen wollen. Anhand von wenigen Hinweisen, mit Hilfe des Internets und Google-Earth, lassen sich die Drehorte relativ schnell bestimmen. Viel Spaß dabei!

Ganz oben auf meiner Liste standen die Drehorte „Villa Sauerlich“ und „Das Internat“.
Das Internat

Im WorldWideWeb geht das Gerücht um, die Schule liege bei Ahrensburg im Kreis Stormarn. Das ist jedoch nicht korrekt! Die Schule liegt in Wentorf bei Reinbek, im Kreis Lauenburg und ist in Wirklichkeit eine staatliche Internatsschule für Sprachbehinderte. Sie liegt sehr schön auf einem bewaldeten Hügel umgeben von viel Grün, wie man es ja auch in der Serie sehen kann. Da es sich um eine Schule handelt, konnte ich mich dort nicht so ohne Weiteres umsehen. Die Sekretärin meinte zunächst, ich müsse einen formellen Antrag stellen. Glücklicherweise traf ich später auf eine Lehrerin, die mir erlaubte, das Hauptgebäude von der Vorderseite aus zu fotografieren. Aus dieser Perspektive, sieht man das Haus auch mehrfach in der Serie, zum Beispiel wenn Karl und Tim in „Angst in der 9a“ den „Schmieresteher“ erwischen oder die TKKG-Freunde hin- und wieder mal zwischen den Bäumen auf der Wiese zelten, ihre Fahrräder putzen oder in der Hängematte chillen. Ich mag das Gebäude. Es ist ein schöner Jugendstilbau und ich hätte mich gerne noch etwas ausführlicher umgeschaut. Vielleicht beim nächsten Mal.

Mein nächstes Ziel war die „Villa Sauerlich“.
Sauerlich-Villa
Sauerlich-Villa

Mein nächstes Ziel war die „Villa Sauerlich“. Im Film fahren sowohl Herr- als auch Frau Sauerlich Autos mit dem Kennzeichen „OD“, was die Vermutung nahelegt, dass das Haus im Kreis Stormarn zu suchen ist. Doch tatsächlich steht die Villa, übrigens genau wie die „Eis-Insel“ aus den „Millionendieben“, in HH-Rahlstedt. Nicht allzu weit entfernt von der Eisbar. Das Haus ist durch eine hohe Hecke von der Straße abgeschirmt, aber von der Einfahrt aus, kann man es gut erkennen. Es ist ein Privathaus, sodass ich nicht aufs Grundstück gehen konnte / wollte. Es hat sich nicht viel verändert. Der Anstrich ist jetzt anders und die Zufahrt komplett gepflastert, aber sonst… Das Haus war auch in anderen Fernsehproduktionen zu sehen. Ich muss sagen, dass ich mir Stefan Wolf’s „Villa Sauerlich“ doch um einiges imposanter vorstelle, als dieses eher bescheidenere „Villchen“. Schön ist es trotzdem!

Drehorte für die „chinesische Vase“ und den „blinden Hellseher“
Straße mit Haus im Hintergrund
Bei „Krauses“…

Eine weitere Location führte mich dann in den Stadtteil Poppenbüttel, im Norden Hamburgs. Hier wurden Szenen für die „chinesische Vase“ und den „blinden Hellseher“ gedreht.

Das heutige Nobelrestaurant „The Locks“ diente in der Serie als Gasthaus, in dem die TKKGler den Kaufhausdetektiv Hempel interviewen und sie ihren berühmten Trinkspruch „Saft schafft Kraft!“ zum Besten geben. Gleich nebenan liegt der Fußweg, wo Hempel von den zwei Schlägertypen überfallen und schließlich von Tim und Karl gerettet wird.

Etwas weiter im Norden von Poppenbüttel liegt das Wohnviertel, in dem das Haus der Familie Krause aus „Der blinde Hellseher“ steht. Hier sehen alle Häuser ziemlich gleich aus. Die Häuser stammen wohl so aus den späten 70er / frühen 80er Jahren. Markant ist vor allem die gepflasterte Erhebung in der Straßenmitte vor den Häusern, die auch in der Serie gut zu erkennen ist. Zum Beispiel wenn Helga Feddersen ihren „Raimondo“ zum Wagen führt. Da es sich auch hier um Privathäuser handelt, musste ich es vermeiden, den Leuten direkt ins Wohnzimmer zu knipsen. Alles sieht noch so aus, wie damals, selbst der Anstrich der Garagentore stimmt noch!

„Überfall im Hafen“
Bürogebäude
Bürogebäude

Der nächste Drehort führt uns direkt nach Hamburg an die Elbe. Der Museumshafen Övelgönne im Bezirk Altona war Drehort für einige Szenen der Folge „Überfall im Hafen“. Hier gehen Tim und Klößchen an Land, nachdem sie den bewusstlosen Herrn Heldt auf der Hafenfähre gefunden haben. Im Hintergrund sieht man das alte Kühlhaus von Övelgönne, in dem heute eine Seniorenresidenz untergebracht ist. Später gehen Herrmann und Oma Sauerlich über eine Landungsbrücke ans Ufer. Diese Einstellungen lassen sich heute problemlos wiederfinden. Sogar die Telefonzelle, von wo aus Tim Herrn Glockner anruft existiert noch, wenn auch im neuen Telekom-Look.

Wenn man von Övelgönne aus elbaufwärts, Richtung Hafen geht, dann kommt man zu den Bürogebäuden, wo die Anfangsszene von „Überfall im Hafen“ gedreht wurde. Sie befinden sich gegenüber des Klärwerks Köhlbrandhöft, das am gegenüberliegenden Elbufer steht. Dieses markante Bauwerk sieht man in der Einstellung, wenn Dieter Krebs von Herrn Heldt nen Anpfiff bekommt. Anhand der markanten Fenster kann man das Bürogebäude von außen leicht ausmachen.

„Villa Eichberg“
Villa
Villa Eichberg

Eine weitere Location, die mich von Anfang an sehr interessiert hat, ist das Haus, welches in „Das Geheimnis der chinesischen Vase“ die Villa Eichberg darstellt. Hierbei handelt es sich um ein großes, schönes, reetgedecktes Haus mit Swimming-Pool. Hier wird die kleine Barbie aus dem Kinderwagen entführt und hier heckt Tim seine geniale Finte mit dem vertauschten Baby aus. Das Haus steht südlich von Hamburg in Hittfeld, im Ortsteil Waldesruh, unweit der A1. Auch hier hat sich kaum etwas verändert, nur dass die Vegetation im Garten viel üppiger ist als damals.

„Bestien in der Finsternis“
Wohnkomplex
Ehemaliges Neubaugebiet

Der vorerst letzte von mir besuchte Drehort ist das Neubaugebiet aus „Bestien in der Finsternis“. Also jener Gebäudekomplex, in den Gabys Onkel, der Amtsrichter Soltus einzieht. Das Wohngebiet liegt im Südosten von Hamburg in Allermöhe, direkt gegenüber der S-Bahn Station Nettelnburg. Markant sind hier vor allem die Kanäle und Wasserläufe, die auch im Film zu sehen sind und anhand derer ich den genauen Ort per Street-View ausfindig machen konnte. Hier ist die Veränderung besonders krass, da dieser Wohnblock damals, in den 80ern tatsächlich noch in großen Teilen eine Baustelle war. Heute grünt und blüht es zwischen den Häusern üppig.

Hier endet meine kleine Rundreise. Ich hatte sehr viel Spaß und werde sicher bald wieder aufbrechen, um weitere Drehorte zu besuchen.

Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Herrn Dieter Joite-Wuttke, Produktionsleiter der Serie, der mich mit allerlei Informationen bezüglich der Drehorte versorgt hat und alle meine nervigen Fragen geduldig beantwortete, sowie meinem Freund Felix, der mich, nicht minder geduldig, von Drehort zu Drehort gefahren hat. Danke auch an Kristin Feldmann, die hier zum Thema schon einen inspirierenden Artikel geschrieben hat und an die „Kowalk-Brüder“ für ihre tolle Video-Dokumentation! Abschließend hoffe ich, dass ich dem einen oder anderen hier eine kleine Freude bereiten konnte oder vielleicht auch den Anstoß gegeben habe, selbst einmal auf Spurensuche zu gehen, um in nostalgischen Erinnerungen zu schwelgen.

Galerie

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