Fabian Harloff über die TV-Serie

Verfasst von Hauke am 15.06.2014, 22:40 in Interviews

Fabian Harloff
Fabian Harloff, Foto: Patrick Ludolph

1985 spielte Fabian Harloff mit 15 Jahren den Tim in der TV-Serie und war damit der jüngste unter den vier Hauptdarstellern. Im Interview sagt er, wieso aus Tarzan Tim wurde, wen er für den geeigneteren Tim-Darsteller hielt und wie er die Judokampfszenen gemeistert hat.

Hallo Fabian. Bitte stelle dich kurz vor.

Ich kam am 27. Januar 1970 auf die Welt, bin Schauspieler und Musiker, habe aber auch bei vielen Hörspielen gesprochen. Wer mehr wissen möchte: auf meiner Homepage www.fabianharloff.de gibt es genügend Infos …


Was für TV-Erfahrungen hast du vor TKKG gesammelt?

Vor TKKG habe ich schon mit drei Jahren in der Sesamstraße gedreht. Danach war ich viel im NDR Schulfernsehen – natürlich, weil mein Vater dort Regisseur war.


Wie kam es damals zu deinem Engagement bei der TKKG-TV-Serie?

Man kannte mich bereits als Kinderdarsteller und somit wurde ich einfach angerufen und gefragt, ob ich Lust auf das Projekt hätte.


Hast du mitbekommen, dass über die Zeitung nach TKKG-Darstellern gesucht wurde?

Die Zeitungsgeschichten habe ich gar nicht mitbekommen.


Kanntest du TKKG schon vor deinem Auftritt als Tim?

Ich hatte vorher schon als Sprecher für TKKG und die drei ??? gearbeitet, ansonsten war ich einer der Funkfüchse.
Mein Kollege Sascha Draeger hat damals wie heute die Rolle von „Tarzan“ gesprochen. Erst zur Fernsehserie wurde dann aus rechtlichen Gründen aus „Tarzan“ Tim …


Hast du dich auf die Dreharbeiten vorbereitet?

Ich habe mich gar nicht auf die Dreharbeiten vorbereitet, aber natürlich meine Texte gelernt.


Erhieltest du Unterricht für die Judoszenen?

Die Kampfszenen habe ich vor Ort mit einem Stuntman geprobt. Das war einfach!


Wie war damals das Verhältnis zu den anderen Hauptdarstellern der Serie?

Mit „Gaby“ habe ich tatsächlich etwas geflirtet, mich sogar privat zum Tennis spielen getroffen.
Klößchen und Karl konnten sich nicht wirklich ausstehen ...
Ich habe mich aber mit allen gut verstanden.


Wann wurden die sechs Folgen gedreht und wie lange haben die Dreharbeiten gedauert?

Wir hatten alle sechs Wochen Sommerferien. In denen haben wir die ersten sechs Folgen gedreht. Es war der Sommer 1985.


Wart ihr Jungdarsteller immer am Set?

Wir waren fast immer am Set.


Hattest du ein Lieblingsset?

Alle Sets gefielen mir. Am Lustigsten waren natürlich die Nachtdrehs.


Was war das Verrückteste, was du im Zusammenhang mit der TV-Serie in den 80ern erlebt hast?

Kurz nach der Ausstrahlung bin ich als einfacher Gitarrist meiner Bigband auf einer anderen Schule aufgetreten. Ich wurde so überfallen von den Fans, dass sogar die Polizei eingreifen musste.


Was für Veranstaltungen, um für die Serie zu werben, hast du mitgemacht?

Wir haben nur eine große Autogrammstunde in Nürnberg gemacht. Das war erste Mal, dass ich geflogen bin.


In der TKKG-Zeitung von 1986 steht die Kritik von Fans: Tim müsste braun gebrannt sein und dunkle Locken haben. Ist dir solche Kritik ebenfalls begegnet? Wie bist du mit ihr umgegangen?

Ich hatte schon damals gesagt, dass der eigentliche Sprecher, Sascha Draeger, viel besser auf die Rolle gepasst hätte, aber irgendwie wollten die mich.


Ich habe Fotos vom Set der zweiten Staffel mit Rolf Kalmuczak (Stefan Wolf) gesehen. Hast du ihn auch kennengelernt?

Ich habe Stefan Wolf mal am Set kennengelernt. Netter Typ.


Die Kleidungsstücke der Serie waren immer auf TKKG gemünzt. Ihr hattet zum Beispiel Mützen mit dem Schriftzug „TKKG“. Wie fandest du das?

Wir hielten das als Teenys natürlich für Schwachsinn, aber wir hatten ja da keine Wahl. TKKG war ja auch ein bisschen wie ein modernes Comic.


Durftet ihr die Kleidung nach dem Ende der Dreharbeiten behalten?

Klamotten und die Fahrräder durften wir behalten.


Hast du noch Souvenirs von den Drehs?

Nein, gar nichts.


Warum warst du bei der zweiten Staffel der TKKG-TV-Serie nicht mehr dabei?

Ich war damals ein Teeny, der lieber Musik machen wollte, als eine „Kinderserie“ zu drehen. Mein Vater hatte mir angeboten, eine Reise nur mit meinem Kumpel durch Europa zu machen, anstelle der Dreharbeiten zu TKKG … Fand ich cooler.


Hast du dich nach der TV-Serie noch mit TKKG beschäftigt?

Nicht wirklich, da kamen dann meine Musik und die anderen Serien …


Besteht heute noch Kontakt zu anderen Darstellern der Serie?

Nein.


Wie war es, 1998 alle TKKGler wiederzutreffen in einer Folge von „TKKG – Der Club der Detektive“?

Das war sehr nett, aber ich stand drei Tage vor meiner Premiere als Buddy Holly in dem gleichnamigen Musical, war also mit meinen Gedanken etwas woanders.


Bereits in der 9. Klasse, zur Zeit der Dreharbeiten, hast du E-Gitarre in einer Band gespielt und Texte selbst geschrieben. Machst du das heute noch genauso gerne?

Ich habe inzwischen für die Prinzen und Udo Lindenberg geschrieben, war viel auf Tournee. Ich habe eigene Projekte.
Musik ist ganz wichtig in meinem Leben.
Ich liebe meinen Job, aber oben wird die Luft echt dünn.
Zum Glück kann ich Vieles, und das macht mir sehr viel Spaß!


Welchen Stellenwert in deiner Vita hat die TKKG-TV-Serie?

Ohne TKKG wäre ich heute nicht da, wo ich bin …


Wirst du heute noch auf die Serie angesprochen?

Die Leute kennen mich heutzutage aus vielen Serien, aber meine Generation natürlich aus TKKG …
Was man in der Kindheit im Fernsehen sieht, prägt eben besonders …


Hast du die Folgen schonmal fertig angesehen?

Ich schaue eigentlich selten Serien oder Filme, die ich gedreht habe.

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