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70%
Insgesamt ist 1 Rezension des TKKG-Site.de - Teams verfügbar. Die Durchschnittsbewertung beträgt 70%.
Klößchens erster KussEine Rezension von Hauke Preuß Der Inhalt der Neuausgabe des fünften TKKG-Buches ist der der Erstausgabe: Tim wird das Opfer des von der Presse „Phantom auf dem Feuerstuhl“ genannten Verbrechers, der mit Steinen und anderen Fallen Autofahrern zu Unfällen zwingt. Mit seinen Freunden nimmt Tim die Ermittlungen auf, die so manches Mal in einer Sackgasse enden ... Ich habe zu diesem Buch fast zwei DIN-A4- Seiten notiert mit signifikanten Änderungen. Es wird einerseits viel weggelassen, aber auch viel Neues eingefügt. Der Ton ist rauer und die alten Höflichkeiten fehlen (Höflichkeitsbesuche haben nun andere Gründe und Besuchern werden keine Stühle mehr angeboten; sie setzen sich einfach). TKKG verwenden sehr häufig die Worte „cool“ und „Sorry“. Jeder für sich hat zusätzlich einen Standardspruch: Viele Dialoge verlieren ihren besonderen Reiz. Zum Beispiel Klößchens Schokokiste auf der Toilette oder Tarzan-Tims Begegnung mit einem Mann: Erstausgabe:„Gleich haue ich dir eine hinter die Ohren.“Neuausgabe: „Gleich fängst du dir eine.“ Rolf Kalmuczak hatte bei TKKG immer das gewisse Etwas. Die ganzen heftigen Dinge und die Schärfe in den Dialogen vermisse ich. Der Satz „Kommt rein, könnt Bier trinken“ fehlt beispielsweise und es wird versucht, den Charakter auf andere Weise unsympathisch zu machen. Dabei sind dreckige Gläser kein Ersatz. Ich verstehe nicht, warum die Szenen einerseits entschärft werden (aus Buschmessern werden unbestimmte Messer, statt Alkohol wird Kaffee getrunken und TKKG trinken keine Mokka-Milch mehr) und auf der anderen Seite wird verschärft (Klößchen zeigt den Stinkefinger). Nahezu alle Vorträge von Karl fehlen oder werden im Ansatz erstickt. Immerhin gibt es einen Ausgleich: Karl darf über Mobbing, Eis oder ein Motocross-Motorrad kurz und knapp etwas erzählen. In diesem Stil ist sein Wissen realistisch. Die Vorträge der Erstausgabe ließen wahrlich auf ein Computergedächtnis schließen; hier auf ein normales. Es ist ungewöhnlich für Tim, wie sich seine Nervosität äußert: Er kriegt bei einem Telefongespräch mit einem Verdächtigen anfangs kein Wort raus. Bei Rolf Kalmuczak war Tim nur unsicher, wenn es um Gaby ging. Für mich hat die Szene gerettet, wie der Verdächtige auf Tims Aussagen reagiert: sehr sarkastisch. Das macht richtig Spaß und ist zusammen mit einer Waldszene die lustigste im Buch. Andere Szenen, die in der Erstausgabe lustig sind, locken hier kein Schmunzeln hervor. Klößchen war zwar in der Originalserie nicht der Nervenstärkste, doch hier ist es viel intensiver. Bei Maikäferspeisen muss er sich übergeben und Geräusche im dunklen Wald machen ihm auch zu schaffen. Letzteres äußert sich allerdings sehr lustig. Eine nette Neuerung ist Klößchens Schwärmerei für ein Mädchen, welches ihn geküsst hat. Es gibt neben den vielen Änderungen, die meiner Meinung nach die Qualität des Buches nicht steigern, auch einige die es tun. TKKG sprechen viel mehr miteinander und diese Gespräche werden nicht mehr von Tarzan-Tim dominiert. Sehr schön finde ich die neue Buchaufmachung. SMS-Nachrichten werden in einer anderen Schriftart gedruckt und mit Smileys versehen. Zeitungsinserate sind als Abbildung vorhanden. Das lockert den Lesefluss. Gerhard Schröders Illustrationen sind ganz nett. Völlig daneben gegriffen hat er jedoch bei der Darstellung von Schröters Figuren. Die sehen nicht schrecklich und unheimlich aus, sondern einfach nur lustig, geradezu verspielt. Ebenfalls falsch ist das Taxi-Schild auf dem Autodach eines Polizisten. Das wird nirgends erwähnt. Das Covermotiv hat übrigens keinen Bezug zum Buch. Fazit Da die Fehler in den nächsten Auflagen sicherlich verschwinden werden, habe ich mit entschlossen, diese weniger stark in die Gewichtung einfließen zu lassen und somit 70% zu vergeben. | ![]() 70% |
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| Verfasst am: 16.12.2010 |