
Sämtliches Bild und Textmaterial wird mit freundlicher Genehmigung der Random House Verlagsgruppe / cbj Kinder- und Jugendbücher verwendet.


Der Wind wimmerte in den kahlen Ästen der Buchen.Von
den Tannen rutschten Schneelawinen. Klatschend fielen sie
auf den einsamen Weg des Stadtwaldes. Von einer wurde
Tarzan erwischt. Eisig rieselte es ihm in den Kragen und den
Rücken hinunter. Er blieb stehen, lachte und schüttelte sich.
Aber plötzlich reckte er lauschend den Kopf.
»Hiiiilfe!… Hiiiilfe!«
Heulend fuhr im nächsten Augenblick der Wind durch
die Bäume, und der Junge wusste nicht, ob er die dünne,
ferne Stimme wirklich gehört hatte. Oder war es der Wind,
der in dieser winterlichen Einsamkeit mal wie das Heulen
von Wölfen, mal wie spukhafte Stimmen klang?
Tarzan setzte sich in Trab. Dass er jeder Sache auf den
Grund gehen musste, war für ihn klar wie Kloßbrühe. Neugier
und Unerschrockenheit gehörten zu ihm wie seine sehnigen
Beine. Jetzt spurtete er um die scharfe Kurve, die der
Weg hier beschrieb.

Was er sah, verschlug ihm den Atem.
Sogar die Eichhörnchen und Meisen rings um den Futterplatz
empörten sich. Jedenfalls kam es Tarzan so vor, als
schimpften sie. Und zwar über die Gemeinheit und Rohheit,
die hier einem alten Mann – er musste sehr alt sein –
angetan wurde.
Er wehrte sich zwar, aber er war gebrechlich. Gegen die
zwei jungen Burschen hatte er keine Chance. Hinterrücks
wurde er von dem einen gepackt. Der andere schlug ihm mit
der Faust vor die Brust. Dann nahm er ihm mit geübtem
Griff die Brieftasche weg.
»Halt!«
Tarzan wollte gar nicht rufen. Es rutschte ihm einfach
raus.
Die beiden erstarrten. Ihre Köpfe ruckten zu ihm herum.
Sie hatten keine Gesichter.