
Sämtliches Bild und Textmaterial wird mit freundlicher Genehmigung der Random House Verlagsgruppe / cbj Kinder- und Jugendbücher verwendet.


Die Morgensonne schickte ihre ersten Strahlen durchs Fenster,
kitzelte Tarzan an der Nase und weckte ihn. Er war sofort
hellwach und sah zur Uhr, ohne lange zu blinzeln oder sich
die Augen zu reiben.
5.50 Uhr. Sehr gut! Fünf Minuten später hätte ihn der Wecker
ohnehin mit beharrlichem Piepton aus dem Schlaf geholt.
Leise stand er auf.
Klößchen, sein Freund und Budenkamerad, schnarchte.
Sein freundliches Mondgesicht spiegelte einen angenehmen
Traum. Vielleicht erlebt er gerade, dass er sich durch einen
Berg Schokolade futterte. Oder er träumte, dass er heute Geburtstag
hatte – was auch wirklich so war.
Rasch zog Tarzan sich an. Als er seine Turnschuhe zuknotete,
wälzte Klößchen sich auf die andere Seite. Aber er
würde bestimmt weiterschlafen bis zum Wecken um halb
sieben, da war Tarzan sich ganz sicher, und – wie üblich – im
Waschsaal der Letzte sein, allerdings beim Frühstück der
Erste.

Lautlos verließ Tarzan das ADLERNEST. So hieß ihre
Bude. Alle Zimmer der großen Internatsschule trugen Namen.
Hier, im zweiten Stock des Haupthauses, waren die 12-
bis 13-jährigen Schüler untergebracht. Lauter Jungens. Mädchen
gehörten nicht zum Internat. Zwar waren während des
Unterrichts die Klassen gemischt, aber alle Mädchen kamen
morgens mit Rad oder Bus aus der nahen Stadt.
Schläfrige Stille füllte das Haupthaus, als Tarzan die Treppen
hinunter eilte und ins Freie trat.
Der Junimorgen war kühl. Auf dem Rasen lag Tau. Die
Sonne schien auf das Dach der Turnhalle zu zielen. Es
dampfte.