
Sämtliches Bild und Textmaterial wird mit freundlicher Genehmigung der Random House Verlagsgruppe / cbj Kinder- und Jugendbücher verwendet.


Es war Ende April, aber der Winter hatte nochmals zugeschlagen.
Schneeregen peitschte Tarzan ins Gesicht,
als er mit seinem Rennrad durch die Abenddämmerung
flitzte.
Die Straßen in diesem Viertel der Großstadt waren fast
leer. In den Häusern brannte Licht und die Kinovorstellung
– zu der er sich mit Gaby verabredet hatte – begann in wenigen
Minuten.
Hoffentlich, dachte er, hat sie schon die Karten gekauft.
Sonst verpassen wir die lustigen Reklamefilme im Vorprogramm.
Die sind manchmal das Beste.
Allerdings – heute versprach auch der Hauptfilm schöne
Stunden: Ein amerikanischer Science-Fiction (Zukunfts)-
Streifen mit gewaltigem Aufwand an Technik.
Tarzan sah die Leuchtreklame der KAMMERLICHTSPIELE,
zog den Endspurt an und sprang vor dem Kino
vom Rad.
Gaby stand hinter der gläsernen Pendeltür und hob winkend
die Hand. Sie war mit dem Bus gekommen und trug
ihren blauen Mantel – den mit der spitzen Kapuze. Lampenlicht
schimmerte auf ihrem goldblonden Haar.

Ein paar lässige Typen schienen geblendet von diesem
lieblichen Anblick. Sie hatten sich in der Nähe postiert und
überlegten, wie sie Gaby ansprechen sollten.
»Hallo, Pfote!«
Tarzan strahlte sie an.Wenn sie zu zweit waren, benutzte
er meistens ihren Spitznamen. In Gegenwart anderer redete
er sie vorzugsweise mit »Gaby« an.
Ihr Begrüßungslächeln erlosch rasch. In den Kornblumenaugen
stand Besorgnis.
Er bemerkte es.
»Komme ich zu spät?«
»Nein. Aber Kathie müsste längst hier sein.«