
Sämtliches Bild und Textmaterial wird mit freundlicher Genehmigung der Random House Verlagsgruppe / cbj Kinder- und Jugendbücher verwendet.

100%
Insgesamt ist 1 Rezension des TKKG-Site.de - Teams verfügbar. Die Durchschnittsbewertung beträgt 100%.
Der Junge kann KarateEine Rezension von Hauke Preuß Inge und Bärbel besuchen die Mädchenschule in der Stadt, auf der auch Gaby ihr erstes Oberschuljahr verbrachte. Die beiden sind drei Jahre älter als Gaby, aber dennoch gut befreundet. Die Besonderheit von Inge und Bärbel ist ihre große optische Ähnlichkeit. Leider ist es um Inges Familie finanziell schlecht bestellt, seitdem ihr Vater arbeitsunfähig ist. Bärbels Eltern hingegen sind sehr wohlhabend. Als Inge auf Diebesgut stößt, scheint sich das Blatt zu wenden, doch unversehens will der Dieb Inge entführen und die Diebesbeute zurückerpressen. Doch anstelle von Inge schnappt er Bärbel. Kann TKKG beiden Mädchen helfen? Dieser Fall ist wieder einmal eine Wohltat: spannend und vor allem witzig. Besonders die ersten drei Kapitel sorgen für ständige Lacher. Der Witz zieht sich durch das ganze Buch – abgesehen von Rolf Kalmuczaks ohnehin ironischen Schreibstil. Besonders gefällt mir seine Art die Charaktere etwas sagen und den Erzähler das Gegenteil beschreiben zu lassen – gemeinhin als Ironie bekannt. Tarzan hat am Ende des Buches eine brutale Auseinandersetzung. Im letzten TKKG-Fall wandte er bereits einen Karateschlag an. Dieses Mal ist es ein Karatetritt, dessen Auswirkungen den Gegner auch schwer verletzen. Die TKKG-Bande und insbesondere Oskar sind liebevoll mit ihren jeweiligen Eigenschaften gezeichnet. So auch Klößchen, dessen Nasch- und Fresssucht auf eine humorvolle Art und Weise dargestellt wird. Gaby lästert als Tierschützerin über die fatale Hundezucht. Weitere heftige gesellschaftskritische Stimmen gibt es im Buch nicht. Im fünften Kapitel gibt es den ersten Gangsterdialog. Diesem kann der Leser Bärbels Unschuld entnehmen. Außerdem hilft es, ihre Traurigkeit zu teilen. Das gleichnamige Hörspiel verzichtet komplett auf diesen Teil. Denn im Buch lässt die Auflösung der Untat im Gegensatz zum Hörspiel auf sich warten, da im Buch noch viele Seiten gelesen werden müssen, wohingegen im Hörspiel der ganze Handlungsstrang nach wenigen Minuten abgearbeitet ist. Von daher kann ich mich in Nachhinein gut mit dem Gangster-Dialog anfreunden. Weitere Szenen ohne TKKG lassen zunächst auf sich warten. Sie sind allesamt gegen Ende des Buches und stets sehr kurz gehalten. Sie stören nicht und wissen durchaus zu gefallen. Im Vergleich zur Pelikanausgabe wurde die „Mark“ beim omnibus Taschenbuch immer durch „DM“ ersetzt. Das ist oftmals unschön für den Lesefluss und klingt auch nicht gut. Dabei ist leider einmal ein Tippfehler unterlaufen: Auf Seite 15 steht „Dm“. Zu Rolf Kalmuczaks Stil gehört es auch, die originale Sprachweise schriftlich niederzulegen. Beispiel: „D-Mark“ (ausgesprochen: „De-Mark“ ) Neben dieser sinnlosen Ersetzung ist das Wort „Fräulein“ aus dem Buch verschwunden. Dies scheint jedoch mit einem Computerprogramm und dessen Funktion „Suchen und Ersetzen“ geschehen zu sein. Denn nun finden sich Sätze wie „Das kleine Frau kann sich ihr Zimmer aussuchen.“ im Buch. Bei Pelikan steht Fräulein, da stimmt der Artikel, der nicht angepasst wurde. Zu den Grammatik- und Rechtschreibfehlern gesellen sich meiner Meinung noch auch ein paar logische oder zumindest zweifelhafte Geschehnisse: Warum zahlen Tarzan und Klößchen 100 DM an die Erpresser, die ihre Strickleiter haben? Es wäre günstiger eine neue zu erwerben und sie anderswo zu verstecken und darauf zu verzichten die Erpresser ausfindig zu machen. Die Illustrationen und das Cover wissen zu gefallen. Bedauerlicherweise haben sich diverse Fehler eingeschlichen. Die auf dem Cover abgebildete Szene findet in dieser Form nicht statt. Bärbel ist nicht gefesselt und es kommt auch kein Kidnapper mit einem Brief in den Keller. Auf der Illustration von Seite 134 und 135 fehlt Frau Dettl und ein Papierröllchen ist als ganze DIN-A4-Seite zu sehen – viel zu groß! Die Abbildung auf Seite 172 zeigt eine Briefmarke anstelle eines Kuverts mit zwei Marken. Reiner Stolte hat hier wohl nicht genau genug den Text gelesen. Fazit | ![]() 100% |
|---|---|
| Verfasst am: 23.07.2011 |