
Sämtliches Bild und Textmaterial wird mit freundlicher Genehmigung der Random House Verlagsgruppe / cbj Kinder- und Jugendbücher verwendet.


Es war der letzte Samstag im Oktober, als die Meute sich am sogenannten Wege-Eck versammelte: östlich der Großstadt, aber noch in Sichtweite von Fabrikschloten, Hochhäusern und anderen umweltfeindlichen Gebäuden.
Die Meute zählte 23, Köpfe - keiner war jünger als 13. Die "Opas" unter ihnen hatten schon 16 Jahre auf dem Buckel. Mädchen waren auch dabei. Gelächter stieg in die Herbstluft. Die Albernen kreischten. Jeder hatte seinen Drahtesel mit. Tarzan lehnte am Stamm einer Ulme, hielt mit einer Hand sein Rennrad und hatte den andern Arm um Gaby gelegt.
Die Vormittagssonne tupfte Blitzlichter auf ihr Goldhaar. Sie trug einen weißen Pullover und ruhte den Kopf an Tarzans Schulter aus.
Diese zärtliche Nähe hatte neben allen andern Vorteilen auch den, daß sie wispern konnten wie der Wind in den Gräsern.
"Affenstarkes Unternehmen", wisperte Gaby. "Mich nervt nur, daß wir diese Scherzkekse mitschleifen müssen. Die verkörpert den Wahnsinn. Ich frage mich, wer schlimmer ist: Thilo oder Flori?"
"Jeder ist spitze auf seinem Gebiet", grinste Tarzan, "Flori als Angeber, Thilo als Ränkeschmied (jemand, der Hinterhältiges plant)."

"Manchmal tut Thilo doof wie ein Wurstzipfel."
"Manchmal ist er das auch. Aber die beiden gehören nun mal zu unserer Penne und wollten unbedingt mit. Hätten wir sie weggeekelt, wären wir die Charakterferkel. Laß nur! Wenn sie zu sehr auf den Pudding hauen, gebe ich ihnen eins auf die Nase."
"Au ja!"
Tarzan verzog keine Miene. Ihren weichherzigen Tag, dachte er, hat sie heute wohl nicht.