Band 031: Entführung in der Mondscheingasse

Band 031: Entführung in der Mondscheingasse
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Gebundenes Buch · 192 Seiten · 12.2 x 18.8 cm
cbj
Juli 2004
€ 7,50 [D] | € 7,80 [A] | CHF 13,90 (UVP)
978-3-570-15030-6

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90%

Insgesamt sind 2 Rezensionen des TKKG-Site.de - Teams verfügbar. Die Durchschnittsbewertung beträgt 90%.

Rezensionenübersicht

Mordanschlag und Entführung

Eine Rezension von Alexander Scherfling

TKKG und Kommissar Glockner retten einen kleinen Jungen vor dem Ertrinken. Sein Vater, ein Hotelier aus Österreich, lädt zum Dank Kommissar Glockner und die TKKG-Bande zu einem Gratisurlaub in sein Hotel ein. Während dieses Urlaubsaufenthalts versucht der Berufsverbrecher Uckmann Kommissar Glockner zu töten. Der Versuch misslingt. Nach der Tat kann der maskierte Täter flüchten, doch Kommissar Glockner und die TKKG-Bande kommen ihm auf die Spur. Uckmann ist noch in ein anderes Verbrechen mit einem Komplizen verwickelt, der inzwischen im Gefängnis sitzt. Die Polizei stellt Uckmann eine Falle, doch er lässt sich nicht so leicht austricksen. Schließlich gelingt seinem Komplizen die Flucht aus dem Gefängnis. Wird die Polizei die beiden Gangster in eine neue Falle locken können?

Dieser Fall ist wieder ein Highlight der Buchserie. Die Konzeption der Geschichte ist ungewöhnlich. Die erste Hälfte der Geschichte ist eine schöne Urlaubsfolge mit spannungsreicher, atmosphärisch dichter Action und Ermittlungen. In der zweiten Hälfte der Geschichte ermittelt die TKKG-Bande in der Millionenstadt weiter. Dabei gibt es schöne Großstadtatmosphäre (Stichwort „Langer Theo“). Mir gefällt diese ungewöhnliche Storystruktur. Auch gut, dass Tarzan in dem Band bis auf den Anfang keine Gewalt anwenden muss. Das liegt daran, dass die Polizei deutlich mehr in den ganzen Fall involviert ist, als sonst. Die Story ist szeneweise spannend. Allerdings gibt es in der Serie spannendere Bücher. Die Figurenzeichnung ist hervorragend gelungen. Die Hauptfiguren und die meisten Nebenfiguren wirken glaubwürdig. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Für das Hörspiel fielen natürlich einige Erzählstränge der Schere zum Opfer. So fehlt beispielsweise der Beginn, mit der Ehrung der Lebensretter und der Polizeieinsatz in einer Kneipe. Außerdem fehlt der tolle Erzählstrang mit Herrn Gehlert, der Uckmanns Wohnung mieten will. Ferner fehlt die missglückte Falle der Polizei mit einem Polizisten als Pechvogel. Einige Szenen wurden etwas geändert: Bei der Szene, in der auf Glockner ein Mordanschlag verübt werden soll, ist im Buch Tarzan allein unterwegs. Im Hörspiel ist Gaby bei ihm. Im Buch hat Tarzan aus Spaß die Idee mit der neuen Identität „Ute Rohrbacher“, im Hörspiel hat Gaby plötzlich die Idee. Auch der Showdown ist im Hörspiel etwas anders als im Buch. Einige weitere Dinge sind mir im Buch aufgefallen. Der Begriff „Single“ war schon 1984 für alleinstehende Personen etabliert (Seite 45). Das war mir nicht bewusst. Während der Mordanschlagsszene gibt es den Begriff „Klamotten“ für auf dem Boden liegende Kiesel, Felsen, Steinquader und Blöcke. Die Bezeichnung „Klamotten“ wurde neben entsprechender Kleidung auch auf andere zerbrochene oder wertlose Gegenstände ausgedehnt, weiß Wikipedia. Auf Seite 139 gibt es den Begriff „mittenmang“, der im norddeutschen Raum umgangssprachlich für „mittendrin“ benutzt wird. Schön, dass Karl ausführlich erklärt, was Grafologie ist. Ein ungewöhnliches Zitat ist mir auf Seite 100 aufgefallen: „Karl ergänzte sein Wissen, indem er aus einem Lexikon heraussuchte, was er noch nicht wußte.“ Dabei heißt es doch immer, dass Karl alles weiß. Offenbar ist dem doch nicht so. Ein lustiges Zitat ist mir auf Seite 119 aufgefallen: „Gabys Pony war um einen halben Zentimeter zu kurz geraten. Wenn sie gegen ihn pustete, ging die Puste ins Leere. Aber hübsch sah sie aus.“ Aufgefallen sind mir außerdem noch ein paar Rechtschreibfehler in meiner Pelikanausgabe. Ich weiß nicht, ob die bei späteren Auflagen behoben wurden. Mich wundert, dass die titelgebende Entführung im Buch nur die letzten vier Seiten ausmacht. Ein Titel, mit Bezug auf den Mordanschlag auf Kommissar Glockner, wäre da wohl sinnvoller gewesen. Diesmal hat mir übrigens die Entführung von Gaby gefallen, obwohl sie doch etwas kurz ausgefallen war. Das düstere Cover von Reiner Stolte ist super: Es zeigt die titelgebende Entführung vom Ende der Geschichte. Seine Illustrationen im Buch sind alle gelungen.

Fazit
Dieses Abenteuer ist ganz gut gelungen. Es fällt auf, dass die Polizei die ganze Zeit mehr in die Story involviert ist, als bei vielen anderen Geschichten. Das wirkt insgesamt realistischer. Allerdings kann die Spannung im Buch nur phasenweise aufrechterhalten werden. Dafür ist es durchgehend interessant.

Score
85%
Verfasst am: 05.01.2011