
Sämtliches Bild und Textmaterial wird mit freundlicher Genehmigung der Random House Verlagsgruppe / cbj Kinder- und Jugendbücher verwendet.


Im Hallenbad dampfte die Luft. Hier war Hochsommer, was die Hitze betraf, draußen Februar und damit eiskalter Winter. Der Abend breitete seine Dunkelheit über die Stadt, und im Wettkampfbecken - auf Bahn sechs - kraulte Gaby, genannt Pfote, die letzten Meter zum Startblock.
Sie schlug an. Christa Zehner, die Schwimmtrainerin, sah auf die Stoppuhr.
"Gute Zeit, Gaby. 12,50! Für heute reicht es. Raus aus dem Wasser! Soll ich dich nachher im Wagen mitnehmen?"
"Vielen Dank! Aber meine Mammi holt mich ab."
Gaby stemmte sich über den Rand und streifte die Badekappe ab. Ihr Goldhaar fiel über die Schultern, und der Pony war ganz dunkel vor Nässe.
Zehn Minuten später hatte sie sich winterfest angezogen und die Haare gefönt. Badeanzug und Frotteetuch steckten in einem Beutel. Sie ging zum Eingang, nickte der Kassiererin zu und stellte sich wartend an die Glastür.

Ein Wetter! dachte sie. Nicht mal Oskar will Gassi gehen. Seit Tage nur Schneeregen, überall nur Matsch.
Sie spähte hinaus. Die Straße war wie ausgestorben.
In der Schwimmhalle tummelten sich nur noch wenige Leute. Aber draußen auf dem Parkplatz standen ein paar Dutzend Wagen. Er wurde auch von den Anliegern der Straße benutzt.
19.54 Uhr.
Tatsächlich! Heute hatte Frau Zehner das Training früher beendet. Klar! Auch eine Trainerin hat nicht jeden Tag gleich viel Lust. Aber Gabys Mutter, Frau Glockner, wollte erst um 20 Uhr hier sein.
Gaby pustete gegen ihren Pony. Er hob sich wie ein Vorhang aus Seide - war also trocken. Im übrigen hatte sie ihre blaue Wollmütze mit. Hier im Vorraum war es unerträglich, richtig stickig und heiß.