Band 040: Bombe an Bord

Band 040: Bombe an Bord
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Preise bei Erscheinen:
ISBN:
Gebundenes Buch · 192 Seiten · 12.2 x 18.8 cm
cbj
Juli 2004
€ 7,50 [D] | € 7,80 [A] | CHF 13,90 (UVP)
978-3-570-15039-9

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85%

Insgesamt sind 2 Rezensionen des TKKG-Site.de - Teams verfügbar. Die Durchschnittsbewertung beträgt 85%.

Rezensionenübersicht

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Eine Rezension von Hauke Preuß

Dieses Buch ist 1987 als Haie an Board erschienen und später in Bombe an Board umbenannt worden. Der Klappentext geht nur auf den Inhalt der letzten 30 Seiten ein. Dies finde ich gar nicht schlimm, denn dadurch wird nicht zu viel verraten und es gibt viel Überraschendes, Neues.
TKKG fahren mit Tims und Gabys Mutter nach Isoputavabella, einer italienischen Hafenstadt. Kaum angekommen beobachten TKKG Trickdiebstähle von Kindern. Sind diese organisiert? TKKG beginnen zu ermitteln …

Das Jahr 1987 kann als Anfang der brutalen TKKG-Ära erachtet werden. Klößchen schlägt bei einem Ladendieb Gewalt vor, wird aber von Tim zurechtgewiesen („Noch nicht“). Kurz darauf will Klößchen zwei vermutliche Diebe fertigmachen:
„Das sind Komplizen“, zische Klößchen durch die Zähne. „Die machen gemeinsame Sache. Wir müssen beide niederschlagen.“
Diese Gewaltbereitschaft steht TKKG gar nicht gut und hat mir den Anfang des Buches vermiest. Tims Menschenbild lässt auch zu wünschen übrig: „[…] in Isoputavabella gibt’s Menschen. Das garantiert Schlechtigkeit und Zoff. Also kann man hoffen auf Reibereien und Umtriebe.“ Seine Aussage offenbart, worauf er aus ist. Den krönenden Abschluss liefert Tim mit seiner Ansicht über Verbote und Gebote inklusive der Erfinder dieser. Laut Tim sähen die „Ge- und Verbots-Fabrikanten“ alles tiefschwarz und seien unfroh und niedergedrückt, weil sie alle Menschen für Idioten hielten.
Nach dem vierten Kapitel liefern TKKG keine weiteren Klopper mehr. Erst ganz am Ende beschreibt Gaby laut Erzähler einen Mann als „Mischung aus Hafenratte und Pennbruder“.
Klischees werden reichlich bedient, teilweise aber sofort als solche enttarnt und sich beschwert, die Welt könne nicht so simpel sein. Diese Kritik an Pauschalisierungen ist gut und angebracht.

Tim ist die treibende Kraft dieses Abenteuers. Klößchen liefert einige wichtige Beobachtungen. Gaby und Karl könnten wegfallen.
Sehr gut sind die Kapitelübergänge. Die Spannung wird gesteigert mittels fieser Cliffhänger, wenn zwischen den TKKG- und Gangsterdialogen gewechselt wird.
Mir hat es schon immer gefallen, wenn überraschend angegriffen wird und sich das Opfer nicht richtig verteidigen kann, da er mit keinem Angriff gerechnet hat. Daraus entwickeln sich immer spannende Szenen. Genau dies passiert in diesem Buch und ist hervorragend gelungen.

Dieser Fall weist diverse Parallelen zu „Der Blinde Hellseher“ auf. Hier ist es aber nur ein Nebenfall, dem keine große Bedeutung beigemessen wird. Zur Kontinuität innerhalb der Reihe sei gesagt, dass Frau Glockners Lebensmittelgeschäft nun ein Feinkostladen ist und auf dem Innenhof des Hauses, in dem die Glockners wohnen, anstelle eines Birnbaums mit Bank jetzt eine Linde mit Bank steht. Somit passt dieses Buch nicht zum vierten Band der Serie.

Die Illustrationen von Reiner Stolte sind hübsch anzusehen und liefern immer wieder einen Grund für eine Lesepause. Sehr schön!

Fazit
Die Themen dieses Buches sind vielfältig: Erpressung, Freiheitsberaubung, Menschenhandel und -schmuggel, Körperverletzungen sowie Diebstähle. Diese Masse an Verbrechen ist keinesfalls ein Manko des Buches. Abgesehen von einer ersten Erpressung gehen alle weiteren Verbrechen auf das Konto einer kriminellen Vereinigung. Da geht es hart zu und für den Leser gibt es so manche spannende Situation. Immer wieder darf mitgefiebert werden.

Insgesamt habe ich mich wunderbar unterhalten gefühlt. Die Klischees des Autors sind jedoch alles andere als schön. Ebenso wenig die Gewaltbereitschaft (aber nur Bereitschaft!) von TKKG und Tims Vorurteile. Glücklicherweise umfasst dies nur die ersten 25 Seiten. Danach geht es steil bergauf und das Abenteuer wird zum Genuss.

Score
90%
Verfasst am: 25.12.2010