Band 058: Der erpresste Erpresser

Band 058: Der erpresste Erpresser
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Gebundenes Buch · 192 Seiten · 12.2 x 18.8 cm
cbj
Juli 2004
€ 7,50 [D] | € 7,80 [A] | CHF 13,90 (UVP)
978-3-570-15057-3

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70%

Insgesamt ist 1 Rezension des TKKG-Site.de - Teams verfügbar. Die Durchschnittsbewertung beträgt 70%.

Rezensionenübersicht

TKKG als Fluchthelfer

Eine Rezension von Hauke Preuß

Gleich am Anfang sorgen TKKG mit Kommissar Glockner dafür, dass ein Verbrechen ohne Anzeige bleibt, da es keine Auswirkung hatte und kein Schaden entstand. Merkwürdige Moral.

„Wir vier“, sagte er, „setzen uns stets und ständig ein als Amateur-Detektive. Viele Abenteuer haben wir bestanden – und viele Ziele erreicht. Das Ziel ist immer gleich: Gerechtigkeit. Das heißt, den ehrlichen Mitmenschen helfen wir – den Opfern krimineller Machenschaften.“ (Tim, 152)

Gerechtigkeit bedeutet für TKKG ehrlichen Mitmenschen zu helfen. Im Zitat wird „ehrlicher Mitmensch“ noch nicht definiert. Bereits in vorherigen Abenteuern störten mich Personen, die ungesetzlich gehandelt haben, und von TKKG nicht belastet werden, sogar Unterstützung erfahren. Hier ist es einmal mehr der Fall: Eine nette Frau wurde von ihrem Verwandten gebeten, bei einem Verbrechen mitzuwirken. Ein kleiner Part, aber ein strafbarer Akt. TKKG versuchen sie zu schützen, da die Dame geständig war und nur mitwirkte, weil ihr Verwandter sie darum bat. Die weiteren Straftäter des Verbrechens erhalten zwei Tage Vorsprung von TKKG. Erst dann wollen sie Kommissar Glockner einschalten. Wären TKKG bereits strafmündig, hätten juristische Konsequenzen zu fürchten. Erst mit dem 14. Lebensjahr hätte es erste Folgen. Von daher ist es unklug, TKKG auch nur um ein Jahr altern zu lassen.
TKKG verhelfen den Tätern zur Flucht und tragen somit zum Erfolg des Unternehmens bei, weil behauptet wird, ab sofort würde man gesetzeskonform leben. Kommissar Glockner verfolgt die Spur nicht, wegen der „Geringfügigkeit des Verbrechens“. Ein anderer wird jedoch zur Rechenschaft gezogen, wobei mir sein Vergehen nicht größer scheint.

Zu diesem Manko, welches ein auffälliges Merkmal für TKKG-Abenteuer geworden ist, kommt die unglaubliche Anzahl der Interessen Tims: Judo, Kung-Fu, Karate, Volleyball, Radrennen, Mathe, Geschichte, Altertumsforschung, Architektur, Tierschutz und natürlich die Verbrecherjagd. Unglaublich, wie pflegt er all die Hobbys? Für die ersten fünf wüsste ich nichtmal einen optimalen Trainingsplan, wobei der Autor immer wieder beschreibt, wie Tim morgens Sport treibt und auch sonst zu jeder Zeit, in der seine Freunde schlafen.

1989 und 1990 sind die Jahre, in denen der TKKG-Autor besonders viel Kontinuität in die Serie bringt. Zumindest in Bezug auf Band 50: Die Regenbogen-Brücke gehört inzwischen zu einem der meistbesuchten wiederkehrenden Orte der TKKG-Stadt und erstmals in Band 50 auftauchte.

Die Illustrationen von Reiner Stolte gefallen mir. Besonders beeindruckt haben mich sämtliche Darstellungen von Baldur Tückl.

Fazit
Ein gutes Buch ohne Langeweile. Nachteil sind die schräge Moral von TKKG sowie eventuell die Anzahl der Verbrechen. Überladen wirkte es für mich keinesfalls. Die Verbrechen wurden auch ordentlich nacheinander aufgelöst.

Score
70%
Verfasst am: 29.03.2011